Wie man Behandlungskosten sparen kann

Das ist ein echtes Lieblingsthema von mir und auch mein prinzipielles Anliegen:

mit guter Behandlung und Beratung Sie so unabhängig und eigenständig wie möglich zu machen, was Mikronährstoff-, Vitamin und im gegebenen Fall auch Hormonversorgung betrifft.

Aber vorerst möchte ich noch eine wichtige Sache klarstellen:

Ärztliche Kosten zu sparen bedeutet nicht, notwendige Untersuchungen oder Behandlungen zu vermeiden. Vielmehr geht es darum, die eigene Gesundheit im Alltag so gut zu unterstützen, dass vermeidbare Beschwerden seltener entstehen und Erkrankungen möglichst früh erkannt werden.

Eine zentrale Voraussetzung dafür ist – und das ist auch etwas, was ich bei meinen Behandlungen priorisiere – den eigenen Körper und seinen Stoffwechsel möglichst gut kennenzulernen.

Folgende Aspekte sind hier aus Patientinnen- und Patientensicht wichtig:

  • Was tut mir gut? Gibt es eventuell schon Präparate, auf die ich sehr gut anspreche?
  • Worauf reagiere ich empfindlich?
  • Was vertrage ich gar nicht?
  • Wie sieht es mit Erkrankungen in der nächsten Verwandtschaft aus?

Hatte Mama vielleicht früh Osteoporose? Gibt es Bluthochdruck in der Familie. Ansehen sollte man sich hier in erster Linie Eltern und Großeltern.

So kann es durchaus sein, dass man „ganz nach dem Papa“ nicht nur Aussehen, sondern auch Prädispositionen (Veranlagungen) ererbt hat. Diese müssen selbstverständlich nicht nur negativ sein.

Es ist aber auch möglich, dass man so gar nicht nach Mama oder Papa kommt, wenn z.B. eine Seite unter erhöhten Blutfetten leidet und bei einem selber selbst im höheren Alter das Cholesterin im Normbereich ist, dann hat man diese Eigenschaft höchstwahrscheinlich nicht geerbt.

Manchmal überspringen Veranlagungen auch eine Generation und jemand schlägt dann „ganz nach Oma/Opa“.

Viele Konstellationen sind da möglich.

Wenn ich allerdings eine gewisse ungünstige Veranlagung vermute, lohnt es sich diesbezüglich gemeinsam mit der/dem behandelnden Ärztin/Arzt präventiv Vorkehrungen zu treffen.

Medizin ist hochindividuell

Was bei einem Menschen hervorragend funktioniert, muss für einen anderen nicht automatisch richtig sein. Stoffwechsel, Alter, Vorerkrankungen, genetische Voraussetzungen, Lebensstil und persönliche Belastungen unterscheiden sich erheblich. Deshalb sollten Empfehlungen nicht unkritisch übernommen, sondern an die individuelle Situation angepasst werden.

Eine gute medizinische Betreuung berücksichtigt sowohl die Stärken als auch die Schwachstellen eines Menschen.

Nun aber zu konkreten Tipps! Und ja, gerade wenn es um Behandlung chronischer oder hartnäckiger Erkrankungen geht, kommen alle folgend genannten Punkte in meiner Ordination im Laufe der Behandlungen zur Sprache.

Alkohol möglichst reduzieren

Alkoholkarenz beziehungsweise eine deutliche Einschränkung des Alkoholkonsums gewinnt vor allem ab Mitte 30, spätestens aber mit zunehmendem Alter an Bedeutung.

Aber auch in jüngerem Alter ist regelmäßiger Alkoholkonsum durchaus als problematisch zu bewerten. Der einzige Unterschied ist, dass man es da noch leichter verstoffwechselt und der Konsum als weniger belastend empfunden wird.

Alkohol belastet unter anderem den Leberstoffwechsel und kann sich auf Schlaf, Blutdruck, Gewicht, Konzentrationsfähigkeit und psychisches Wohlbefinden auswirken.

Hier ist vor allem täglicher oder mehrmals wöchentlicher Konsum gemeint, welcher ein echtes Therapiehindernis darstellt, wenn es darum geht allgemeines Wohlbefinden zu fördern und hartnäckige Beschwerden zu behandeln.

Außerdem ist die Studienlage zum Thema Alkohol sehr eindeutig. Regelmäßiger Alkoholkonsum – das beginnt ab dem täglichen Genussglaserl – erhöht drastisch das Risiko der Entwicklung einer Krebserkrankung.

Wer regelmäßig alkoholfreie Phasen einlegt oder ganz darauf verzichtet, leistet daher einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Gesundheit.

Ernährung und Kochen als Basis der Medizin

Eine gute Ernährung ist eine der Grundlagen der Gesundheitsvorsorge. Eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß, hochwertigen Fetten, Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen aus nachhaltigen Produkten ist einfach das A und O.

Deswegen verordne ich meinen Patientinnen und Patienten regelmäßig eine diätologische Beratung/ Betreuung. Denn selbst wenn ich die besten Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente verordne, zeigen diese wenig Effekt, wenn die Ernährungsweise des täglichen Lebens unzureichend ist.

Selbst die hochwertigsten Nahrungsergänzungsmittel können nur wenig bewirken, wenn die tägliche Ernährung den Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt

Und das kostet dann ehrlicherweise unnötig Geld. Eine diätologische Beratung kann daher helfen, die wichtigsten Regeln zu verstehen und auf den persönlichen Bedarf abzustimmen.

Selbst zu kochen schafft zusätzliche Kontrolle über Zutaten, Portionsgrößen und Verarbeitungsgrad.

Essen soll jedoch nicht nur „gesund“ sein, sondern auch schmecken.

Darüber hinaus empfinde ich das Essen als bewusstes Ritual als besonders wichtig. Es sollte zumindest einmal täglich eine warme Mahlzeit in ruhiger Atmosphäre ohne Handy konsumiert werden.

Immer wieder unterstreiche ich auch die Wichtigkeit des guten Kauens als ersten Schritt des Verdauens. Kein einziges Nahrungsergänzungsmittel kann gutes Kauen ersetzen.

Kein einziges Nahrungsergänzungsmittel oder Medikament kann gutes Kauen und achtsames Essen in ruhiger Atmosphäre ersetzen

Genauso gehört Genuss zum Leben und ist Teil eines nachhaltigen Lebensstils – so darf und sollte sich die süße Nachspeise ab und an durchaus gegönnt werden.

Entscheidend ist nicht die perfekte Ernährung, sondern eine gute Balance, die sich dauerhaft umsetzen lässt.

Gesunde Routinen schaffen

Oh je, das klingt so abgegriffen – das hören wir doch die ganze Zeit!

Aber genau diese Empfehlungen machen den Unterschied, wie schnell eine Behandlung greift oder ob der Therapieerfolg stockend vorangeht.

Eigentlich ist das mittlerweile sogar schon DER Geheimtipp für mehr Wohlbefinden, der in unserer leistungsorientierten und stressbehafteten Zeit vollkommen untergeht.

Gesundheit profitiert von Regelmäßigkeit:

  • Feste Schlafenszeiten,
  • eine warme selbstgekochte Mahlzeit pro Tag oder zumindest mehrmals wöchentlich
  • regelmäßige Bewegung – individuell angepasst an die momentane Lebenssituation
  • bewusste Erholungsphasen

Tägliches Scrollen am Handy ja, aber limitiert! Denn durch übermäßige Blaulichtexposition werden nicht nur unsere Dopaminspeicher geleert, sondern auch die Cortisolachse aktiviert. Diese hindert uns daran zu entspannen und kann neben Gewichtszunahme im Bauchbereich auch das Risiko für weitere Folgeerkrankungen von Bluthochdruck bis zum Diabetes mit sich bringen.

Daher gilt: keine Blaulichtexposition vor dem Schlafengehen oder direkt nach dem Aufwachen – dazu zählen neben Fernseher und Computer insbesondere auch Smartphones und Tablets

Routinen müssen dabei nicht starr sein. Sie sollen Orientierung geben und helfen, gesundheitsfördernde Entscheidungen nicht jeden Tag neu treffen zu müssen.

Natur, Morgenlicht und Bewegung

Eine besonders einfache und kostengünstige Maßnahme besteht darin, möglichst bald nach dem Aufstehen Zeit im Freien zu verbringen und natürliches Morgenlicht zu tanken. Selbst in der Stadt lässt sich das häufig umsetzen – etwa bei einer kurzen Runde um den Häuserblock oder einem Aufenthalt im Innenhof.

Warum ist das sinnvoll?

Natürliches Licht am Morgen gehört zu den wichtigsten Zeitgebern unserer inneren Uhr. Es signalisiert dem Körper, dass der Tag begonnen hat, unterstützt einen stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus und kann dazu beitragen, dass wir tagsüber wacher und abends zur passenden Zeit müde werden. Auch der natürliche Tagesverlauf von Hormonen wie Cortisol und Melatonin wird durch den Wechsel von hellem Tageslicht und Dunkelheit mitgesteuert.

Wie lange man sich im Freien aufhalten sollte, hängt unter anderem von Jahreszeit, Wetter und Lichtintensität ab. Schon ein kurzer Spaziergang kann sinnvoll sein; bei bewölktem Himmel oder im Winter darf es gerne etwas länger sein.

So unspektakulär diese Maßnahme erscheinen mag: In meiner Praxis gehört morgendliches Tageslicht – idealerweise in Kombination mit etwas Bewegung – zu meinen wichtigsten Basisempfehlungen für Patientinnen und Patienten mit Schlafproblemen oder Schwierigkeiten bei der Gewichtskontrolle.

Bewegung und Sport

Dieser Punkt ist unglaublich wichtig. Allerdings gilt auch hier nicht die pauschale Aussage: „Viel hilft Viel“. Im Gegenteil: in einer vulnerablen Lebensphase kann ein Zuviel an sportlicher Betätigung, vor allem wenn plötzlich begonnen, ein ohnehin schon instabiles System ins Wanken bringen.

Genausowenig ist es aber zu befürworten auf Dauer „gar nichts“, also gar keinen Sport zu machen.

Selbstverständlich sind Bewegung und Sport gesund und dürfen im Therapieschema keinesfalls fehlen. Hier ist ein individueller Zugang und ein individuell angepasstes Programm besonders wichtig.

Denn auch das richtige Maß an sportlicher Betätigung, die gute Mischung aus Kraft und Ausdauertraining gehören zum Gesundsein einfach dazu.

Für mehr Einsicht gerne in meinem speziellen Blogbeitrag über Bewegung und Sport darüber nachlesen.

Psychohygiene ernst nehmen

Gesundheit umfasst nicht nur den Körper. Auch die Psyche benötigt regelmäßige Pflege. Dazu gehören ausreichende Erholung, soziale Kontakte, das Wahrnehmen persönlicher Grenzen und ein bewusster Umgang mit Belastungen.

Besonders hervorheben möchte ich hier, dass regemäßige Bewegung sowie Zeit in der Natur wesentlich zu einer gesunden Psyche beitragen.

Regelmäßige 20 bis 30 minütige Spaziergänge in der Natur können maßgeblich das psychische Wohlbefinden verbessern

Besonders schätze ich auch folgende körperzentrierte Maßnahmen:

  • progressive Relaxation nach Jacobbson: was kompliziert klingt, ist an und für sich einfach zu bewerkstelligen. Hier geht es darum verschiedene Muskelgruppen anzuspannen und dann loszulassen. Am besten angeleitet in Form eines Podcasts in ruhiger Umgebung, wo man nicht gestört wird.
  • Atemübungen und/oder Singen: auch das ist eine effektive Methode Stress abzubauen und Ruhe in den Alltag zu bringen.

Ein gut eingeübtes Entspannungsprogramm kann in jedem Fall wesentlich den Energiehaushalt verbessern, weil Körper und Geist trainiert werden, sich in sehr kurzer Zeit erholen zu können und verbrauchte Ressourcen schnell wieder aufzubauen.

Eine stressige Zeit mit vielen emotionalen Herausforderungen oder eine schlecht geschlafene Nacht lassen sich daher maßgeblich besser bewältigen, wenn man die richtigen Tools und Techniken zur Entspannung kennt.

Wann ärztliche Hilfe notwendig ist

Trotz eines gesundheitsbewussten Lebensstils lassen sich Arztbesuche natürlich nicht komplett verhindern. Und das soll auch gar nicht so sein!

Manchmal braucht es eine Ärztin oder einen Arzt – und dann sollte medizinische Hilfe nicht aus Kostengründen hinausgezögert werden. Vorsorge ersetzt keine Diagnostik, und Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine notwendige Behandlung, schon gar nicht wenn es sich um akute Beschwerden handelt.

Individuelle Betreuung in meiner Ordination

Meine Ordination ist darauf ausgerichtet, Patientinnen und Patienten mit ihren persönlichen Stärken, Belastungen und möglichen Schwachstellen möglichst gut kennenzulernen. Gemeinsam entwickeln wir ein individuell abgestimmtes Behandlungsprogramm und prüfen, welche Mikronährstoffe besondere Aufmerksamkeit benötigen.

Denn auch bei der Mikronährstoffversorgung ist es sehr oft in die Wiege gelegt ob man ein Vitamin oder einen Mineralstoff besonders gut oder nicht so gut aufnimmt. Dementsprechend wird der Therapieplan adaptiert. Das lässt sich übrigens relativ einfach mit wenigen Blutabnahmen feststellen.

Es ist auch nicht so, dass man das ganze Jahr über „Pillen schlucken“ muss. Sehr viel lässt sich mit life style Optimierung erledigen. Ist ein Mineralstoff oder ein Vitamin besonders defizitär kann es allerdings schon sein, dass ich einzelne Präparate dauerhaft verordne.

In jedem Fall sollten Vitamine und Spurenelemente nicht ungezielt eingenommen werden, da es auch hier zu einer Überdosierung und im schlimmsten Fall zu Organschädigungen kommen kann: besonders wichtige Vertreter sind hierbei Vitamin A, Selen und Kalium, diese sollten nicht „blind“ über längeren Zeitraum in höheren Dosierungen substitiert werden, ohne zwischendurch nachzumessen.

Wichtig hier auch zu erwähnen, dass Selen und andere Spurenelemente im Vollblut gemessen werden müssen, um etwaige Überdosierungen festzustellen. Die Serummessung ist hier zu wenig aussagekräftig.

Für jene, die dieser Artikel überfordert hat…

…habe ich folgende Message: klein anfangen. Routinen langsam verändern, nur dann sind sie nachhaltig.

Klar kann man seinen lang gewohnten Lebensstil nicht von heute auf morgen umkrempeln. Ein Schritt nach dem anderen ist hier das beste Vorgehen. Ich finde jedoch sehr motivierend, wie viel man selber in der Hand hat und dass man vieles unabhängig von einer ärztlichen Behandlung selber verbessern kann.

Wer jetzt noch denkt: „Aber dann habe ich ja überhaupt keinen Spaß mehr am Leben!“, dem sei gesagt: Auch das ist völlig in Ordnung. Und das meine ich aufrichtig, wertschätzend und respektvoll. Jeder Mensch darf selbst entscheiden, wie er sein Leben gestalten und welche Prioritäten er setzen möchte.

Gesundheit ist eine Investition

Eine ausführliche Beratung und eine individuelle medizinische Strategie sind zunächst eine Investition. Langfristig können sie jedoch dabei helfen, den eigenen Körper besser zu verstehen, Risiken frühzeitig zu erkennen und unnötige Ausgaben für ungeeignete Präparate oder unkoordinierte Maßnahmen zu vermeiden.

Dazu gehört ein gewisses Maß an Eigenverantwortung: gute Ernährung, Bewegung, Schlaf, Alkoholreduktion, Psychohygiene und verlässliche Routinen. Gesundheit darf dabei nicht zu einem permanenten Optimierungsprojekt werden. Genuss, Freude und Flexibilität gehören ebenso zu einem guten und gesunden Leben.

Und wie viel Geld hab ich jetzt gespart?

Erstmal herzliche Gratulation, dass Sie es mit dem Lesen soweit geschafft haben.

Wenn Sie es schaffen, die eine oder andere Maßnahme umzusetzen, dann sparen Sie sich höchstwahrscheinlich nicht nur Geld, sondern auch den einen oder anderen Arztbesuch.

Außerdem wissen Sie jetzt, dass ich bei hartnäckigen Beschwerden und chronischen Erkrankungen Alkohol- und Nikotinkarenz verordne und selber kochen als Basis der Behandlung gilt. Manchen von Ihnen wird das sogar die gesamte Kontaktaufnahme und Erstordination ersparen. 😉

In jedem Fall haben Sie, so Sie bei mir Patient sind, schon alleine mit dem Lesen kostenpflichtige Ordinationszeit eingespart.

Im besten Fall jedoch haben Sie durch dieses Wissen Handlungsspielraum und Gestaltungsmöglichkeit gewonnen, womit Sie Ihr eigenes Wohlbefinden „kostengünstiger“ erhalten oder sogar verbessern können.

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